Zeit für Veränderungen – immer flexibel am Wasser!

Zeit für Veränderungen!

Jeder kennt dieses Gefühl, wenn man am Wasser sitzt, die Fische am vorgefütterten Spot rollen, das Wetter passt und einfach alles perfekt zu sein scheint. Und dennoch bleibt es meist nur bei einzelnen Piepsern oder es bleiben unsere Bissanzeiger gänzlich still.

Am Futter lag es nicht

Dieses Szenario erlebte ich des Öfteren, wie auch im Jahr 2013, als ich an einem ca. 14ha großen Baggersee meine Ruten auslegen durfte. Wie immer wurden die Ruten, wie ich vermutete, perfekt mit dem Boot an den gefütterten Plätzen ausgebracht. Danach wurden obligatorisch die Bissanzeiger ,,scharf‘‘ gemacht, denn nun konnten die Fische kommen, dachte ich zumindest. In der Abenddämmerung rollten sicher an die 20 Fische auf meinen Spot dennoch schwiegen die Bissanzeiger. Bis auf einen kleinen Satzer, blieb es die restliche Nacht an den Ruten still.

Als ich morgens durch ein Läuten geweckt wurde – nein, leider nicht durch einen meiner Microns sondern nur vom Klingelton meines Handys. Ein guter Freund wollte wissen warum ich mich nicht meldete, dieser war der festen Überzeugung, dass ich ihm vorenthielt, dass ich etwas gefangen hätte. Doch leider musste ich ihn enttäuschen, aber ich versprach ihm den Ganzen auf den Grund zu gehen. Gesagt getan – ich schnappte mir kurzerhand die Flossen und Taucherbrille und ging damit auf Tauchstation. Am Spot traute ich meinen Augen nicht, mindestens ein Dutzend Fische um die 15 kg türmten sich schlichtweg am Spot. Dennoch nahm keiner meinen Hakenköder. Doch warum und weshalb nur?

Damals dachte ich mir:,, Wenn sie Appetit auf meine runden Dinger haben, dann würde bestimmt auch mein Hakenköder nicht verschmäht werden.’’

Wie Unrecht ich damals hatte.Wir schreiben 2017 – die Welt ist im Wandel, meine Zusatzausbildung für Intensiv und Anästhesiemedizin war endlich fertig und die Welt dreht sich noch immer um die Sonne.

Ein Auge für die Natur

Im Herbst 2017 versuchte ich mein Glück an einem ca. 8 ha großen Baggersee in meiner Gegend. Eigentlich wollte ich nur meine neu erworbene freie Zeit am Wasser genießen und ein paar Fische fangen, was bei diesem Gewässer normalerweise auch nicht recht schwer ist. Dennoch blieb es ein hartes Unterfangen, es war ähnlich wie damals 2013, Fische rollten und bis auf ein paar Brassen, einzelnen Piepsern blieben auch dieses Mal die Bisse aus.

Die Qual der Wahl
Passt der Durchmesser

Doch diesmal unternahm ich etwas gegen mein Übel. Ich wechselte die Schnur von einer 0,32 auf eine 0,28 Mono, die üblichen 4er auf 8er Haken fischte nur noch mit Vorfächern mit max. 6,8kg Tragkraft und wechselte von Leadcore auf Leader die den Grund am ähnlichsten sahen, darüber hinaus kam noch zwei Flying Backleads zum Einsatz. Und raus mit dem Ding und schauen was passiert. Nichts – gar nichts passierte, aber warum nicht, dass kann doch gar nicht war sein. Und wieder Montagen checken. Und als ich so auf meinen Bedchair saß und die Montage auf ihre Funktionstüchtigkeit begutachtete, sah ich, wenn der Fisch meine Kugel aufnimmt, bekommt er zuerst die leichte Seite des Bleis zu spüren und dadurch konnte er meinen Boilie problemlos wieder ausspucken.

Mit einer kleinen Waage bewaffnet ging ich am Ufer entlang, um einen passenden Stein für mein Experiment ausfindig zu machen. Zwischen 100g und 150g sollte dieser schon aufweisen, um einen vernünftigen Hakeffet erzielen zu können. Provisorisch befestigte ich einen kleinen Wirbel mittels Sekundenkleber am schwersten Teil des Steins. Eingehängt an der fertigen Montage wirkte diese doch sehr klobig, aber am Gewässergrund sehr unauffällig. Ein weiterer Vorteil dieser Montage ist die Umweltfreundlichkeit, diese ,,Steinbleie‘‘ schaden bei Verlust, einem Gewässer deutlich weniger als etwa Bleie. Und so kam es, dass sich nicht nur die Bisse einstellten, sondern diesmal kamen nun endlich auch die größeren Exemplare zum Vorschein.

Ob es nun an den Steinen, den Haken oder nur an der Schnurstärke lag, kann nur spekuliert werden. Dennoch bin ich mir sicher, dass jedes Puzzlestück seinen Beitrag zum Erfolg beigetragen hat. Nur wer sich ständig mit der Natur – über als auch unter Wasser – auseinandersetzt, bei dem wird sich der Erfolg kontinuierlich einstellen.

 

In diesem Sinne: Bleibt kreativ.

Stefan Hurnaus

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