Bin el Quidane Teil 3 – Afrikanisches Gold!

Afrikanisches Gold!

Nachdem der erste Fisch gelandet und unsere Freude groß war, brachten wir die Rute sofort wieder an ihren Platz. Der Tag verging und es wurde langsam dunkel. Wir entspannten uns bei einem Lagerfeuer und genossen unseren ersten Abend an einem neuen Platz. Unsere Spots standen gut unter Futter, einen Biss konnten wir bereits verbuchen, wir waren also gespannt was die nächsten Tage bringen!
Pieeeeeeeeeeeeep!! Ich wurde plötzlich von einem Dauerton aus dem Schlaf gerissen und rannte noch etwas benommen zur Rute. Von weitem hörte ich schon die Bremse. Bei der Rute angekommen wollte ich schon den Anhieb setzen, als ich bemerkte, dass sich ein Storch in meiner Schnur verfangen hatte und wie wild umher schwimmt. Werner, der mittlerweile auch schon neben mir stand und ich konnten den Vogel schnell befreien, sodass er sich nicht selbst verletzen konnte. Der Storch flog wieder davon und wir machten uns daran die Rute neu auszubringen! Nachdem die Aufregung wortwörtlich „verflogen“ war, merkten wir schnell wie kalt es geworden war und der eisige Wind, der nachts über den Atlas weht, machte das Ganze nicht besser. Die Rute wurde schnell wieder an ihren Platz gebracht und wir verkrochen uns in unseren Schlafsäcken.
Gegen 8 Uhr, als ich mir gerade meinen Kaffee kochen wollte, war es dann soweit. Der nächste Biss! Diesmal war Werner mit Drillen dran und versuchte den Fisch vom Ufer in den Kescher zu bugsieren. Es dauerte nicht lange und der nächste Afrikaner war im Netz. Schnell ein paar Fotos und schon durfte er wieder schwimmen. Langsam begann es zu laufen und wir sollten im Laufe des Tages noch einen weiteren Fisch auf die Matte legen. Die Nacht verlief erneut sehr ruhig und wir bekamen keinen weiteren Biss. Erst in den frühen Morgenstunden, als die ersten Sonnenstrahlen den Atlas zum leuchten brachten, bekamen wir den nächsten Biss und damit auch den nächsten Fisch! Wir stellten fest, dass die Karpfen hier eine sehr helle Färbung und große orange-leuchtende Schwanzflossen besitzen. Das ist wahrscheinlich einer der Gründe warum auch die etwas kleineren Fische hier ziemlich kampfstark sind!
Dass auch größere Fische auf dem Platz sind sollte der nächste Run zeigen. Wir saßen gerade beim Mittagessen, als die nächste Rute ablief. Ich merkte gleich das der Fisch größer sein musste er setzte im Drill sein Gewicht ein und es waren keine Kopfschläge oder schnelle Fluchten zu spüren. Da die Rute auf relativ großer Entfernung lag, fuhren wir dem Fisch mit dem Boot entgegen und ein spannender Kampf begann. Es waren so gut wie keine Hindernisse in der Nähe, ich konnte also frei drillen und musste keine zu große Angst haben, dass sich der Fisch irgendwo festsetzt. Nach 10min konnte ich den Fisch endlich auf die Oberfläche bekommen, wo mein Kumpel schon mit dem Kescher wartete und prompt war der Nächste im Netz und es war kein schlechter! Wir fuhren zurück ans Land wo wir den Fisch versorgten und ein Blick auf die Waage konnte ebenfalls nicht schaden dachten wir. Der Zeiger blieb nur knapp unter der Magischen 20kg Marke stehen. Wir waren happy! So ein toller Fisch aus so einem Gewässer einfach Geil! Da beschwert sich auch keiner, wenn die 20er Marke nicht geknackt wurde. Ein paar schöne Bilder und schon durfte der Kollege wieder schwimmen. Im Laufe des Tages verloren wir noch einen Fisch kurz vorm Kescher, sonst sollte es eher ruhig bleiben. Schneller als uns lieb war, war unsere letzte Nacht auch schon gekommen. Die Ruten nochmal alle neu ausgebracht, die Spots ordentlich unter Futter gehalten und ein letztes Lagerfeuer gemacht.
Gegen 5Uhr sollte es losgehen! Der erste Biss des Tages und unser erster Biss bei Dunkelheit. Werner konnte den Fisch schnell ans Ufer bringen, wo ich ihn gleich abgekeschern konnte. Der Fisch durfte auch gleich wieder zurück in sein Element und wir in unsere Zelte! Gegen Mittag lief die nächste Rute ab! Ich lief gerade hin als ich plötzlich hinter mir ein Piepen hörte. Doppelrun! Da standen wir also und drillten zeitgleich 2 Karpfen. Nach 15min hatte sich die Aufregung gelegt und wir konnten beide Fische sicher landen. Wir freuten uns riesig, als wir die 2 Fische auf der Matte liegen hatten, beides keine Riesen, aber das war auch nicht wichtig. Nach einer schnellen Fotosession schwammen die Beiden wieder fröhlich weiter und wir waren erneut dran die Ruten auszubringen. Mittlerweile war es 12 Uhr Mittags und wir hatten noch 3h Zeit, da wir um 3Uhr zum Hotel gebracht werden sollten. Es hieß also noch ein letztes Mal Füttern. Doch als es halb 3 wurde und wir schon fast alles zusammengepackt hatten, hatten wir nicht mehr wirklich Hoffnung noch einen Biss zu bekommen. Kurz vor 3, wir begannen die ersten Ruten einzuholen als plötzlich die 2 selben Ruten wie vor ein paar Stunden abliefen und das erneut Zeitgleich!! Was geht hier ab? Werner und ich standen erneut da und drillten 2 Karpfen. Werner konnte seinen Fisch bereits Keschern und ich hatte meinen so gut wie am Ufer als mir plötzlich das Blei entgegen kam. Ärgerlich ein Ausschlitzer so kurz vorm Kescher, aber „that’s fishing“ dachte ich mir. Wir machten noch ein paar schöne Fotos mit Werners Fisch und kurze Zeit später kamen auch schon Grant und Jack. Die beiden brachten uns zum Hotel wo wir die letzte Nacht verbrachten und am nächsten Tag ging es dann nach Hause wo unsere Freundinnen schon auf uns warteten!
Zum Schluss können wir nur sagen, wer auf der Suche nach Abenteuer und Freiheit ist, sollte dem Bin El Ouidane einen Besuch abstatten. Die Mitarbeiter dort geben ihr Bestes den Gästen ein unvergessliches Erlebnis zu ermöglichen. Der See selbst und die Umgebung sind einzigartig und beherbergt gewaltige Fische und man kann dort wahre Sternstunden erleben!
Für uns steht fest BEO wir kommen wieder!

 

 

 

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