Carp Diary – Frank Mollenhauer Teil 1

Eine kleine Auszeit vom Hauptstrom

 

Das ich ein leidenschaftlicher Flussangler bin, ist jedem der mich kennt bewusst. Doch auch ich brauche ab und zu ein wenig Abwechslung, denn das Flussangeln ist nicht nur sehr zeitintensiv, sondern auch extrem anstrengend. Das viele füttern und die Zeit, die man für das Zubereiten benötigt, funktioniert nicht ohne gewisse Abstriche in seinem Alltagsablauf. 

Nach nun fast 4 Monaten, die ich ausschließlich am Hauptstrom verbracht habe, musste einfach mal wieder etwas Neues her. Ein See der schon seit über 15 Jahren auf meiner To-do Liste steht. 

 

Bevor ich dort aber meine Zelte Aufschlage, habe ich meine Hausaufgaben gemacht, denn nix liegt mir ferner, als mich zwischen etliche Mitstreiter oder sogar auf gemachte Futterplätze zu setzen.

Die Zeit passte anscheinend perfekt, denn nach allen Informationen die ich sammeln konnte, war dort momentan nicht viel los.  Außer ein paar Leuten die mal für eine schnelle Nacht kommen, sollte ich überwiegend alleine sein. 

 

Platzwahl

 

Bevor ich irgendwo sinnlos mein Futter verteile, stand wie an jedem neuen Gewässer erst einmal die Lokation und Spotsuche im Vordergrund. 

Nach einigen Stunden, die ich auf dem See mit dem Echolot und der Unterwasserkamera verbrachte, stand meine Platzwahl fest. Von hieraus konnte ich mehrere Plateaus und steil abfallenden Kanten befischen. Da ich wusste das die Karpfen hier auf viel Futter oft negativ reagieren, entschloss ich mich lieber öfter, dafür weniger zu Füttern. 

 

 

 

Der erste Ansitz

 

Nachdem ich mir die Mühe gemacht hatte, eine Woche lang, jeden Tag mein Futter zu verteilen, ging es endlich zum ersten Mal mit gepackten Transporter ans Wasser. 

Das Wetter war nahezu perfekt. Es wehte ein böiger Wind aus Westen und der Luftdruck war stabil bei 1008 Hp. Doch die Ernüchterung kam schnell, denn als ich meine Spots mit der Unterwasserkamera kontrollierte, sah ich etwas was ich nicht sehen wollte. Mein eingebrachtes Futter. 

Irgendwas muss hier schief gelaufen sein, dachte ich mir.  Fische waren definitiv auf meinen Spot gewesen, denn ich fand diverse Fraßlöcher um meine Baits herum. Na gut ich konnte es jetzt nicht ändern, die Ruten müssen dennoch ins Wasser. Doch vorerst platzierte ich meine Digitale Spotcam direkt dort, wo anscheint einiges an Fischaktivität die Tage zuvor herrschte. So sollte ich über die folgenden 48 Stunden hoffentlich herausfinden wo das Problem liegt. 

Die erste Nacht verlief ruhig. Zu ruhig für meinen Geschmack. Der Blick auf den Monitor überraschte mich allerdings etwas, denn meine beigefütterten Tigernüsse waren verschwunden. Nun war guter Rat teuer. Ich zerbrach mir regelrecht den Kopf was hier los sein könnte. Plötzlich, wie aus dem nix, kam Bewegung in die Bude. Gegen 8:30 sichtete ich den ersten kleinen Schuppie auf dem Monitor. Kurz danach den Zweiten. So ging das die nächsten Stunden weiter, doch ans Fressen schienen die Fische nicht zu denken, sie schwammen nur immer wieder gemütlich  über meinen Spot. Gegen 12 Uhr mittags war dann wieder Ruhe auf dem Futterplatz. Nun wusste ich schon mal das meine Platzwahl definitiv die richtige war. Bis um 1 Uhr in der Nacht starrte ich fast ohne Unterbrechung auf dem Bildschirm vor mir. Auffällig war, dass in der Dämmerung unzählige Süßwassergarnelen und Mückenlarven auftauchten und meinen Futterplatz zierten. Genau hier sah ich das Problem. 

Ich fischte zwar mit dem Shrimp Bite Boilie, der an die natürliche Nahrung angepasst war, aber anscheinend fraßen die Karpfen lieber das Original, welches sich in Unmengen um mein eingebrachtes Futter aufhielt. 

Am nächsten Morgen war ich auch wieder früh wach. Als ich den Monitor anschaltete um zu überprüfen was sich die Nacht da unten abgespielt hatte, bestätigte sich meine Vermutung, denn es waren ausschließlich meine Boilies die noch zu sehen waren. Ich tauschte kurzerhand den 28 er Dumbel gegen einen 14 mm Fluor Popup, um eventuell doch noch in den letzten Stunden einen Fisch abgreifen zu können. 

Keine zwei Stunden später ertönte ein zaghafter Fallbiss aus meiner Funke. Nachdem ich die Rute aufgenommen hatte, merkte ich direkt, dass mein gegenüber nicht der kleinste sein konnte. 

Um auf Nummer sicher zu gehen, stieg ich in das  Boot, um dem flüchtenden Fisch entgegen zu kommen. 10 Minuten später glitt ein guter Schuppenkarpfen über meinen Kescherrand. Der Knoten war geplatzt. Ich war zwar hier her gekommen um endlich meine 3 Monate anhaltende Schuppie Serie zu durchbrechen, aber dennoch habe ich mich tierisch über diesen ersten Fisch gefreut. Eins war für mich klar, der Shrimp Bite Boilie war für dieses Gewässer nicht die richtige Wahl. Kurz darauf telefonierte ich mit Thomas um ihm die Ereignisse zu schildern. Er war sichtlich  überrascht über die Tatsache, dass die Boilies nicht angenommen wurden, aber es gibt halt Gewässer wo nicht jeder Köder funktioniert. Zumindest momentan nicht wo die natürliche Nahrung quasi explodiert. Ich denke zum Herbst hin wenn die natürliche Nahrung rapide abnimmt, könnte das wiederum genau gegenteilig der Fall sein.

 

Im zweiten Teil erfahrt ihr auf welche Köder ich umgestiegen bin und wie es dann weiter ging. 

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