Down the Road-Slovenia is Calling

Gewöhnlich werden aus spontanen Einfällen oft die schönsten Dinge. So entschied ich mich kurzerhand, im anstehenden Sommerurlaub nach Slowenien zu fahren und dort meine erste Auslandssession zu starten. An meiner Seite hatte ich Hannes, den ich ebenfalls durch die Bait Fabrik kennengelernt habe und mit ihm schon in der Vergangenheit zusammen geangelt haben. Wie oft habe ich von diesem Moment geträumt, mit meinem vollgeladenem Auto ins Ungewisse zu starten und meinen ersten ausländischen Karpfen mit großem Grinsen in meinen Händen zu halten.

Am Vortag unserer Reise musste ich Hannes noch zu Hause abholen. Schon beim Einladen seines Tackles war ich sichtlich erfreut, dass ich einen T5 besitze! Zuhause angekommen, packten wir meinen Transporter bis obenhin mit allem möglichen voll, was wir bei dieser Session brauchen würden. Es ist wohl verständlich, dass ich vor Aufregung kaum noch schlafen konnte und das, obwohl mir eine fünf stündige Autofahrt bevorstand. Die Türen fielen zu, das Navi wurde programmiert und nach viereinhalb Stunden Autofahrt, 430km Strecke und unzähligen Mautstellen kamen wir gegen sechs Uhr morgens am See an. Was eine Kulisse! Wie ein Spiegel so ruhig, lag der See vor unseren Füßen und es brannte uns gewaltig unter den Fingernägeln unser Camp aufzubauen und die Ruten rauszubringen. Alsbald unser Camp stand, die Boote aufgebaut und die Ruten bereit waren, durchforsteten wir den See auf Hotspots. Diese Suche verlief jedoch nicht gerade erfolgreich. Bis auf eine abfallende Uferkante von 3 auf 5 Meter war nichts, absolut nichts, zu finden. Weder harter Boden, noch Kies oder Plateaus… Einfach eine Badewanne!

Hannes und ich legten je einen Futterplatz auf 110m Entfernung an. Um meinen Futterplatz in möglichst kurzer Zeit zu aktivieren, setze ich sehr gerne auf Hanf und Tigernüsse. So wurden noch vor Reiseantritt kurzerhand 30kg Tigernüsse und Hanf besorgt. Den Hanf gab ich weitere Attraktivität, indem ich ihm mit einem eigenen Chilligewürz verfeinerte und ihm so einen unvergleichbaren Geschmack und Duft versetzte. Neben Partikel nahm ich auch eine große Menge an Boilies mit. Mit von der Partie war dabei ein Boilie, der mich noch nie im Stich gelassen hatte: Ciric Milk. 40kg davon setzte ich für meine einwöchige Session an. In diesen Boilie habe ich sehr großes Vertrauen. Immer wieder und kontinuierlich fange ich mit diesem Boilie Fische. Egal zu welcher Jahreszeit. Großflächig wurde um die Stabboje gefüttert, damit die Fische aktiv nach dem Futter suchen. Meinen Partikel-Mix reicherte ich mit Amino-Stim und Pink Fruit an. Bei den Boilies gehe ich nach dem Motto „Halb ist doppelt so viel!“ vor. 2kg halbierte und 4kg ganze Ciric Milk soakte ich vor dem Füttern bereits mit dem Ciric Milk Liquid, um die Attraktivität unter Wasser zu steigern. Ich setze gerne auf halbierte Boilies, da ich so mehr Oberfläche erhalte und die Lockstoffe noch schneller ans Wasser abgegeben werden.

Hannes Taktik bestand darin, punktuell und gezielt zu füttern. Wie auch ich, setzte er zur Spotaktivierung auf Partikel wie Tigernüsse und Weizen. Daneben fütterte er, wie auch ich, Ciric Milk Boilies kombiniert mit Premium Nut Kugeln. Diese soakte er ebenfalls mit Ciric Milk Liquid, um den Boilies mehr Attraktivität zu verleihen.

Bereits nach ca. zwei Stunden waren Fischaktivitäten auf beiden Spots erkennbar. Springende Fische und dutzende aufsteigende Luftblasen zeigten uns, dass die Fische unseren Futterplatz angenommen hatten und darauf fressen. So kam es, dass sowohl Hannes als auch ich sehr schnell den ersten Biss bekamen. So konnte jeder von uns bei 33 Grad und strahlendem Sonnenschein seinen ersten Karpfen der Session in den Armen halten. Die Fische hatten dabei ein Gewicht von 8,6 bis 10,2 kg. Nicht schlecht zum Anfang! Das machte uns Hoffnung! Gegen Abend fuhren wir beide erneut aufs Wasser und fütterten nochmals nach. Dies konnten wir jedoch erst, als sich das Gewitter wieder beruhigte, welches mit voller Wucht frontal auf mein Bivvy zukam. Geschätzte Windböen mit 100 km/h und Platzregen ohne Ende! Das Gewitter traf uns so schnell und unerwartet, dass wir noch beim Zusammenräumen unserer Sachen klitschnass wurden. Der starke Wind fuhr dabei so extrem in mein Bivvy, dass er meine sich an der Oberseite befindlichen Spreizstangen zusammengeschoben hatte. Denkbar schwierig gestaltete sich somit das Festhalten des Zeltes!! Das Wasser strömte durch mein Zelt wie kleine Bäche und durchnässte sämtliche Taschen.

Obwohl die Fische tagsüber sehr aktiv fraßen, passierte in der Nacht absolut nichts. Erst gegen 05:45 Uhr morgens riss mich mein Delkim mit einem Vollrun aus dem Schlaf. Die Tatsache, dass sich vor unserem Camp im Wasser sehr viele Baumstämme befanden, machte das Landen des Fisches alleine nicht gerade einfach. Jedoch fand nach einem spannendem Drill und mehreren Fluchten ein Schuppenkarpfen von 12,4 kg den Weg in meinen Kescher.

Nachdem ich die Ruten neu beködert und auf den Futterplatz gebracht hatte, genoss ich bei einer Tasse Kaffee den Sonnenaufgang, welcher mit aufsteigendem Nebel und dem Geräusch von springenden Fischen untermalert wurde. Atemberaubend!

Vormittags stieg die Sonne wieder dem Himmel empor und kannte keine Gnade. 36 Grad im Schatten! Und dann Fallbiss! Nach einem kurzen Drill glitt ein mächtiger Spiegler in den Kescher!

Auf der Abhakmatte lag der schönste Fisch, den ich je in meinem Leben gefangen hatte! Und dann auch noch PB! Ich war geflasht und extrem happy. Nach vier Jahren konnte ich endlich meinen PB verbessern und das mit so einem Ausnahmefisch! Wieder hatte der Ciric Milk seine Fängigkeit bewiesen! Auch Hannes konnte einige Zeit später noch einen Schuppenkarpfen fangen, welcher sich ebenfalls die Boilies der Bait Fabrik schmecken ließ!

Auch die zweite Nachte brachte keine Aktion. Am nächsten Tag hatten wir einen Temperatursturz von ca. 20 Grad mit Regen! Das muss sich sehr stark auf das Fressverhalten der Fische ausgewirkt haben, da im ganzen See fast kaum Fische zu springen bzw. zu fressen sehen waren. Egal was wir ausprobierten, es gelang uns nicht an diesem regnerischen Tag einen Karpfen zu fangen. Die folgende Nacht war wie die vorangegangenen zwei sehr ruhig. Wir vermuteten, dass die Fische nur tagsüber fressen und sie sich nachts in einen uns unerreichbaren Gewässerabteil zurückzogen.

Der nächste Morgen sah wieder vielversprechender aus und die Temperaturen stiegen wieder mäßig an. Kaum wurde es wärmer, zeigten sich die Fische wieder und rollten und sprangen auf unseren Futterplätzen. Hannes konnte an diesem Tag gleich 4 Fische bis 14 kg überlisten. Auch ich konnte an diesem Tag noch einen Karpfen mit 11,8 kg fangen. Die Dicken blieben doch bis jetzt noch leider aus.

Wir haben Montag. Bereits um 9 Uhr morgens zeigt das Thermometer 27 Grad an und es wurde immer heißer. Auch in dieser vergangenen Nacht ließ sich kein Karpfen fangen. Die Fische zeigten sich erst gegen Mittag an unseren Spots sehr aktiv und fraßen dort. Trotz dieser Anzeichen konnten wir bis zum Spätnachmittag keinen Fisch fangen. Egal ob wir es mit einem Rig mit Bodenköder, mit Wafter, mit einem Pop-Up oder mit einem Snowman versuchten. Hannes entschied sich dann dazu, an beiden Ruten einen Ciric-Milk Wafter in 20mm am IQ-D-Rig zu fischen. Sehr genau und zentriert fütterte er an seinem Marker eine große Menge Weizen sowie einen Boiliemix aus Ciric-Milk und Premium Nut in 16 und 20mm. Ein paar davon halbierte er und soakte diese mit dem Ciric-Milk Liquid. Und dann der ersehnte Biss!

Hannes Delkim machte sich durch mehrmaliges Piepen auf sich aufmerksam. Der Fisch zog sehr langsam Schnur von der Rolle. Sofort nach dem Anhieb merkte Hannes, dass es sich bei diesem Fisch um einen Größeren handeln musste. Kein Schlagen war zu spüren, sondern ein gemütliches und stetiges Schnurnehmen. Wir entschieden uns auf das Boot zu gehen, um ihn am Ufer nicht an den sich dort befindlichen Baumstämmen zu verlieren. Auf dem Boot verstärkte sich unsere Vermutung. Es war ein großer Schuppi. Die Tatsache, dass der Kescher eines jeden schon bessere Zeiten gesehen hatte, machte das Keschern dieses Großkarpfen nicht gerade einfach. Auch, dass der Fisch beim Drill ständig in all unsere Schnüre geschwommen war und mehrmals daraus befreit werden musste, machte die Landung des Fisches nicht gerade einfach. Doch letztendlich ließ seine Kraft nach und er glitt in den Kescher. Was für ein Brett!!

Die Waage blieb bei glatten 23 kg stehen! Was für ein Brocken!! Unsere Freude war uns nicht mehr zu nehmen. Wieder einmal haben Thomas Ciric-Milk Boilies ihre Fängigkeit unter Beweis gestellt! Nach der Fotosession und dem Freilassen des Fisches machte sich auch mein Delkim wieder mit einem Vollrun bemerkbar. Im Kescher lag nach einem kurzem Drill ein 12 kg Schuppenkarpfen! Was für ein Tag! Und das soll nicht der Letzte gewesen sein!

Am vorletzten Tag machten wir unsere Ruten noch vor Mittag erneut bereit, damit am Nachmittag, wenn die Fische fressen, neues Futter als auch neue Haken mit neuen Hakenködern bereit am Spot liegen. Wieder sahen wir an jedem Futterplatz springende und fressende Fische, welche jedoch nicht beißen wollte. Hannes praktizierte die gleiche Futtertaktik wie die Tage zuvor. Und plötzlich lief wieder eine seiner Ruten ab. Auch hier sagte er, dass es ein guter Fisch sein werde. Also rauf aufs Boot! Nach einer gefühlten halben Stunde und etlichen Fluchten des Fisches, lag ein 1,10 m langer und 20,1 kg schwerer Spiegler im Kescher! Völlig sprachlos über diesen Ausnahmefisch sahen wir uns im Boot an. Ein lautes High-Five hallte über den See.

Auch dieser Fisch ließ sich die gefütterten Ciric-Milk schmecken.

Wie heißt es doch so schön? Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören. So mussten wir leider am Mittwochmorgen unsere Sachen wieder packen, da bei mir bald wieder der harte Alltag auf der Matte stand. Ein letzter Blick auf den See, viele Erinnerungen im Kopf und ein Versprechen: Wir kommen wieder! Und so ging es mit dem vollgepackten T5 wieder in Richtung Heimat.

Tight Lines

Thomas

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren

Menü