Dünn besetzte Seen Teil II – by Yannic Reims

Dünn besetzte Seen Teil II

Hallo Zusammen,

Dieser Teil ist die Fortsetzung meines Debutartikels auf dieser Seite hier, welcher für äußerst viel positive Resonanz gesorgt hat, über die ich mich sehr freue! Ich hätte nicht gedacht dass dieses Format so gut ankommt.

Der Titel des Personal Blogs ist „Angeln an dünn besetzten Seen betrachtet durch die technische Linse“, und genau darum soll es in dieser Fortsetzung auch wieder gehen. Ein paar kleine interessante Informationen eingestreut, liest es sich bestimmt ebenfalls angenehm.

Was ist also in der Zwischenzeit passiert?

Nachdem der Saisonauftakt an diesem Wasser gemacht war stand die Motivation natürlich auf Höchster Stufe.

Ziemlich deprimierend allerdings waren dann die folgenden Wochen.

Der Sachverhalt eines öffentlichen Wassers impliziert schon die damit einhergehende Problematik.

Vorab, am Wasser sollte jeder respektiert werden finde ich, im gleichen Zug darf man ein wenig Respekt zurück erwarten.

Ich kann natürlich hingehen und hier alles aufhübschen und inszenieren, dies allerdings, ist jedoch nicht in meinem Interesse. Es soll so erzählt werden wie es passiert ist, das folgende gehört also ungeschönt dazu.

In den folgenden Wochen war es ein Kampf überhaupt noch Stellen am See zu bekommen, förmlich belagert wurde er.

Nicht von deutschen Kollegen oder Vereinsmitgliedern sondern von unseren nahen Nordwestlichen Nachbarn mit den gelben Kennzeichen…

So wird ein sehr großer See ganz schnell zum Platzproblem, wenn das niederländische Bataillon wieder ordentlich besetzt an die Front anrollt. Und dies selbstverständlich durch die Woche weil dort einfach irgendwie früher Wochenende zu sein scheint….

Naja genug davon, abgesehen von der Angeldruck Thematik machten die Fische dieses Gewässers ihrem Namen mal wieder alle Ehre.

Nachdem man Stunden mit der Location verbracht und endlich hier und da kleine Anzeichen der Karpfen erhielt, interessierten diese sich aber jedoch reichlich wenig für jegliche Köder aller Art, Farbe und  Größe….

Ziemlich enttäuschend, auch die Freunde fingen nichts oder mit ganz viel Glück vereinzelt mal einen Kleinen.

Stress ist anhäufend hat mal ein Sportwissenschatfler gesagt, dass natürlich dann wenn es schlecht läuft, gleich mehrere Wochen ohne Angelei bevorstehen war natürlich Weltklasse. Neben einer sehr intensiven Abschlussprüfung stand Berufliche Fortbildung im direkten Anschluss daran an. An angeln war nicht einmal zu denken.

Aber ich bin der Meinung, dass alles in Balance stehen sollte.

Angeln ist zwar mehr als ein Hobby aber nicht das Einzige was einen antreiben sollte. Familie Freunde, ein wenig Sport und eine Arbeit die einem Spaß macht sind daher unabdingbar um langfristig erfolgreich zu sein.

Und genau darum geht es. Erfolg ist eine sehr persönliche Sache und höchst subjektiv, kommt aber mit Sicherheit nicht aus der Comfortzone.

Endlich Urlaub

Nach dieser angellosen Zeit stand nun endlich eine Woche Urlaub an. Ein Tropfen auf den heißen Stein aber besser als nichts dachte ich mir.

Mit Kumpel Nils sollte es gegen Ende der Woche losgehen und das natürlich bei anständigen Bedingungen.

Die Fische hatten in meiner Abwesenheit kurz vorher gelaicht und waren dementsprechend hungrig. Stabiler Luftdruck und Wind machten die Sache für uns recht angenehm und der Wetterbericht sollte noch das ein oder andere für uns bereit halten.

Cote A Dzur in Norddeutschland

Bei beinahe Tropischen Tagen von Teilweise 38 Grad und strahlend blauem Himmel, erlebten wir eine wahre Traumsession.

Zuvor waren wir mehrere Stunden über den See gepaddelt um Fische zu suchen. Bei diesen Temperaturen ein Träumchen….

Aber die Bemühungen wurden Belohnt und wir fanden Fische welche man bequem unter der Rutenspitze Stalken konnte.

Hier zeigt sich wieder folgendes Phänomen:

Der erbrachte Einsatz gleich sich im Erfolg aus. Bekannt unter dem englischen Sprichwort „effort equals reward“.

Gespräche mit vielen Anglern in den letzten Jahren liefen immer wieder auf denselben Inhalt hinaus. Einer bis gar keinen Fisch pro Jahr, früher war alles besser, Fische fressen nicht mehr.

Mein Denkanstoß dort zu angeln wo die Fische sind, führte dann erst zu Irritationen und dann in jedem Fall zu der Aussage: Nee die Stelle ist immer gut gewesen früher hat das hier auf funktioniert.

Alles klar…

 

Wasser und Öl

Ein ungemeiner Vorteil welchen ich mir ab und an zu nutzen mache, ist das Zusammenspiel von Öl und Wasser.

Da mich erschreckend viele Leser gefragt haben ob ich zu der folgenden Thematik mal etwas schreiben könnte, folge ich dem gerne und wie der Zufall es so will ist genau dies aus so zum Einsatz gekommen dabei.

Den Satz: In warmen Wasser löst sich das Öl besser als in kaltem Wasser, haben wir sicher schon einmal alle gehört.

Dieser ist mit jedem Wort absoluter Blödsinn.

ÖL löst sich nie in Wasser denn es ist Hydrophob, was Griechisch ist und wasserhassend bedeutet. Das beruht auf der chemischen Struktur der Öls.

Jedes Öl bzw. Fett besteht aus Glycerin als Grundbaustein, welcher mit 3 Fettsäuren verbunden ist.

Je nach Kettenlänge und Position der sogenannten Doppelbindung unterscheidet man gesättigte, einfach ungesättigte, mehrfach ungesättigte Fette.

Egal was wir nun vorliegen haben gilt, Fett löst sich nicht in Wasser, denn gleiches löst sich nur in Gleichem (Alkohol in Wasser zum Beispiel ist eine echte Lösung, Öl in Wasser bezeichnet man als Emulsion) , in warmen Wasser arbeitet unser Futter aber schneller als in kaltem. Das Öl steigt zur Wasseroberfläche auf, weil es eine geringere Dichte hat als das Wasser.

Diesen Vorteil können wir uns zu Nutze machen, um Fische anzusprechen die etwas höher in der Wassersäule schwimmen, auf unser Futter aufmerksam zu machen.

 

Orangenöl

Bewusst habe ich diesen Part etwas rausgezögert, um eine Gewisse stark vereinfachte Basis zu schaffen damit alle auf dem gleichen Nenner sind, gerade bezüglich Orangenöl kamen sehr viele Anfragen.

Orangenöl oder generell ätherische Öle sind aus der Karpfenangeln nicht mehr wegzudenken, dazu muss man dieses Thema nicht gleich neu erfinden.

Gerne würde ich aber erklären warum diese Stoffe so interessant für Mensch und Tier sind.

Genau Richtig gelesen Mensch und Tier.

Ein bekannter Angler hat mal vermutet, dass in diesen Ölen chemische Verbindungen vorliegen welche die Fische besonders gut wahrnehmen, was genau dies jedoch ist konnte er nicht erklären, aber dafür bin ich ja hier…

Es geht hier um die sogenannten Alkaloide.

Das sind chemisch heterogene, Stickstoffhaltige Verbindungen des Sekundärstoffwechsels von Pflanzen, die stimulierende wirkung auf den Menschlichen und Tierischen Organismus haben.

Noch nie gehört? Aber Koffein kennt jeder. Der Treibstoff des Büroangestellten, das Elixier des Lebens für viele, oder ganz einfach Kaffee.

Ihr esst gerne scharf? Dann ist vielleicht Capsaicin ein Begriff. Artropin ist das Alkaloid aus Hanfkörnern.

Zufälligerweise gibt es seit Ewigkeiten Chillihanf von diversen Baitherstellern und dies hat sich in die Angelei etabliert. Knoblauch-*Öl ist vielen von euch ebenfalls „bekannt, hier steckt vereinfacht gesagt die Verbindung Alliin dahinter.

Bei Orangen bzw Zitrusfrüchten finden wir den sogenannten Stoff Synephrin.

Die Liste könnte ich ewig weiter führen, dies würde den Rahmen aber sprengen.

 

Lange Rede Kurzer Sinn gerade Orangenöl ist wegen des Synephrins äußerst interessant für Fische und kann uns einen Vorteil verschaffen.

Fische nehmen diese Verbindung wie bereits gesagt wirklich gut wahr und finden den Köder so interessanter.

 

Die Dosis macht das Gift.

Alles ist ein Gift, allein die Dosis macht, dass ein Gift ein Gift ist.

Mit ätherischen Ölen sollten wir stets Vorsichtig sein, denn schon eine Dosierung von 0,1% ist für die Fische spürbar.

Bei Hakenköder ist dies eher unproblematisch, bei Futter sollten wir jedoch nicht hingehen und pures Orangenöl über unsere Boilies kippen, das wäre nicht gesund für das Wasser!!!

Hakenköder wie diese jedoch besitzen die perfekte Dosierung und werden von den Fischen direkt genommen!

Neben dieser Fachlichen Schlacht will ich aber natürlich auch von Fischen berichten die in dieser Zeit ins Netz gingen. Einige schöne Spiegler, dunkel und breit gebaut fanden ihren Weg in den Kescher, Urige, typische Fische für hier über die ich mich riesig freue!

Zum Verfassungszeitpunkt dieses Artikels liege ich gerade im Zelt gemütlich unter der Decke im kalten Nordwind, in der Schlinge wartet der nächste Kompakte gut dunkle Charakterfisch.

Es ist sozusagen Halbzeit des Urlaubs, was bis dahin und in den nächsten Wochen passieren wird seht, ihr dann im nächsten Artikel!

 

Bis dahin,

Yannic

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