Ein steiniger Weg!

Die Sonne beginnt langsam durch das Zelt zu scheinen und strahlt auf mein Gesicht. Ich beginne aufzuwachen und muss feststellen, dass die Nacht schon vorüber ist und das ohne Aktion. Ich kochte mir erstmal Kaffee um richtig wach zu werden und mich etwas zu entspannen. Werner war bereits auf den Beinen und kochte fleißig unseren Mais und Tigernüsse auf.
Nach einem kleinen Frühstück beschlossen wir, die Ruten gegen Nachmittag einzuholen und zu kontrollieren. Zu lang wollten wir unsere Angeln nämlich nicht unkontrolliert lassen, da durch den Regen jede Menge Dreck in den See gespült wurde, der an unseren Schnüren hängen bleiben konnte. Wir hatten immer noch Vertrauen in unsere Spots und waren zuversichtlich für die nächsten Tage. Ein Fisch in der ersten Nacht auf so einem See wäre ja auch zu schön gewesen. Wir waren also damit beschäftigt unser Futter vorzubereiten und die unglaubliche Kulisse zu genießen. Gegen Mittag, kam Grant vorbei und brachte uns unser Essen für den heutigen Tag und eine neue Batterie + Emotor. Am frühen Nachmittag kam wieder stärkerer Wind auf und das Wasser wurde unruhiger. Das Ausbringen der Ruten sollte sich wie Gestern auch schon nicht gerade einfach gestalten, aber mit einer neuen Batterie und einem funktionierendem Emotor deutlich angenehmer!
Der Tag war schnell vorbei und verging ohne besondere Vorkommnisse, bis zu diesem Zeitpunkt! Werner und ich beobachteten schon einige Zeit ein kleines unscheinbares Aluboot das über unserer Futterplätze umher ruderte und staunten nicht schlecht als die 2 Personen am Boot plötzlich ein riesiges Fischernetz quer über 2 unserer Plätze legten und diese somit unbefischbar machten. Wir beschlossen unsere Ruten einzuholen und uns nicht weiter darüber aufzuregen, da wir Gäste in diesem Land waren und Stress vermeiden wollten! Die Sonne war schon fast hinter den Bergen verschwunden, also hatten wir nicht viel Zeit großartig neue Spots zu suchen und beschlossen kurzerhand die beiden Ruten auf der Uferkante in ca. 6m Tiefe abzulegen. Natürlich waren wir damit nicht ganz zufrieden, aber manchmal muss man das Beste aus einer Situation machen. Kurze Zeit später war es auch schon dunkel und es dauerte ein wenig, bis der Mond aufging und die Landschaft mit einem traumhaften Licht zum Strahlen brachte! Wir saßen noch etwas unter dem Sternenhimmel, doch nach einiger Zeit wurde es sehr kalt und der Wind machte es nicht besser. Wir legten uns also in unsere Liegen, quatschten noch ein wenig und legten uns schlafen.
Der nächste Morgen verlief ähnlich wie der zuvor. Die Sonne weckte mich auf und die Nacht verlief ruhig. Bei der Größe des Sees und dem aktuellen Wasserstand, waren wir nicht weiter betrübt und machten motiviert weiter. Wir kochten Futter auf, suchten uns 2 neue Spots und brachten unsere Ruten ab diesem Tag immer vormittags aus, wenn das Wasser noch spiegelglatt und ruhig war. Die Fische würden früher oder später kommen, da waren wir uns sicher! Der Tag verging genauso schnell wie der letzte und schon lagen wir erneut im Schlafsack, doch kurz bevor wir uns schlafen legen wollten, hörten wir komische Geräusche vom Wasser und beschlossen nachzusehen. Durch den hellen Mond konnten wir über den ganzen See blicken und waren sprachlos, als wir sahen was da passierte. 2 weitere kleine Boote trieben über unseren Plätzen und legten Netze! So langsam waren wir dann doch am Verzweifeln, da nun wieder 4 Plätze unbefischbar wurden. Wir versuchten also 4 unserer 6 Ruten einzuholen, was sich gar nicht so einfach gestaltete durch die Netze. Für den Fall der Fälle hatten wir dieses Mal schon 2 Ufernahe Plätze mit Bojen markiert und legten unsere 4 Ruten dort ab. Wir gingen wieder in unser Zelt und besprachen die Situation. Wir wollten noch abwarten, was diese Nacht so bringt. Der häufige Platzwechsel und die ganzen Netze um uns herum gefielen uns gar nicht, also beschlossen wir falls diese Nacht erneut ruhig verlaufen sollte, morgen mit Grant zu sprechen und ihm zu sagen, dass wir vor haben zu moven! Normalerweise würden wir bei so einem großen Gewässer nicht so schnell Spot wechseln, aber wir waren uns einig! Wir hatten aktuell zu viele Probleme mit einheimischen Anglern und zu wenig Fischaktivität um noch länger hier Angeln zu wollen!
Neuer Tag, doch weiterhin kein Glück, wir waren mittlerweile von Fischernetzen eingekreist und wunderten uns daher nicht, über die ausbleibenden Bisse. Gegen 10Uhr kam das Boot der Marokko Carp Jungs und wir wollten gleich mit Grant sprechen, als wir feststellten, dass er heute nicht dabei ist. Ein neues Gesicht kam auf uns zu und stellte sich vor, es war den zweite Guide im Camp namens Jack. Wir sprachen also mit ihm über unser Vorhaben. Nach einem Telefonat mit Grant teilte er uns aber mit, dass wir erst morgen moven können. Da wir keine große Wahl hatten, stimmten wir zu und verbrachten noch eine fischlose Nacht auf dem Platz.
Am nächsten Tag kam Grant mit 3 Helfern und es konnte losgehen! Es ging es also wieder ans Gepäck schleppen, durch die vielen helfenden Hände war allerdings alles in 15min erledigt und unsere Fahrt zum neuen Platz begann. Dort angekommen machten wir uns gleich an den Campaufbau und begannen damit neue Spots zu suchen. In der ersten 10min sahen wir bereits 2 rollende Karpfen und waren umso motivierten unseren ersten „Afrikaner“ fangen zu wollen. An unserem neuen Platz war weniger Struktur als auf dem Vorherigen, doch wir fanden ein großes Plateau in ca. 60m Entfernung zum Ufer und beschlossen dort 3 Ruten abzulegen! In ca. 250m Entfernung fanden wir ebenfalls einen interessanten Platz. Eine kleine Insel, die bis knapp unter die Oberfläche reichte und steil auf 8m abfällt, dort beschlossen wir 2 Ruten abzulegen. Für die letzte Rute fanden wir eine kleine Rinne auf ca. 7m Tiefe. Eine Joker-Rute schadet nie dachten wir uns und so waren unsere 3 Futterplätze schnell gefunden! Wir Fütterten großflächig Partikel und Boilies. Wir änderten unsere Taktik also ein wenig und hatten jetzt 2 Fußballfeld große Futterplätze und 1 etwas kleineren.
Am Nachmittag hatten wir bereits alles erledigt und entspannten uns bei einem kühlen Bier in der Sonne! Als keiner damit rechnete passierte es plötzlich! Eine der Ruten am Plateau lief ab!! Ich rannte zur Rute und setzte den Anschlag. Ein spannender Drill begann, wir hüpften in das Schlauchboot und fuhren dem Fisch entgegen. Nach einigen Minuten, war der Fisch direkt unter dem Boot. Aufgrund des extrem trüben Wassers konnten wir keine 50cm tief sehen und sahen nur das aufgewühlte Wasser. Ich machte etwas mehr Druck und der Karpfen kam an die Oberfläche wo mein Kumpel Werner den Fisch auch schon kescherte! Da war er also, unser ersten BEO Karpfen!! Zurück am Ufer machten wir ein paar Bilder und danach durfte er gleich wieder schwimmen. Es war kein Riese, aber ein wunderschöner Fisch und auf so einem See mit so einer Kulisse ist Größe wirklich nicht alles. Dieser unter Anführungszeichen „kleine“ Fisch brachte uns dafür große Freude. 4 Tage mussten wir warten, aber da war er endlich! Und wie es aussah war das Eis gebrochen, denn was die nächsten Tage passierte sollte, konnten wir uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorstellen!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren

Menü