La Barrage die großen Stauseen – von Jan Steininger

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La Barrage die großen Stauseen – von Jan Steininger

Da bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für uns Karpfenangler. Angefangen von den großen Flachlandseen im Norden von Frankreich, über die tiefen Alpen Stauseen, bishin zum Mittelmeer wo die Seen mit azurblauem Wasser auf uns warten.

Warum üben diese Gewässer so einen Reiz auf uns Karpfenangler aus?

Nun ja, ich denke es ist die Natur und die Abenteuer an den verschiedenen Gewässertypen. Natürlich auch die großen Karpfen und die Herausforderung einen dieser Giganten zu fangen. Für mich ist es wichtig die Geschichte über die Gewässer kennen zu lernen, zum Beispiel wann der Stausee errichtet wurde und welche Historie dahinter steckt. Google hilft da ungemein und man findet viele Bilder aus der Vergangenheit, aber dazu später mehr.

Warum gerade in großen Stauseen oftmals große Karpfen leben, ist wohl dem reichhaltigen Nahrungsangebot zu zuschreiben.

Es gibt viele zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten. Dazu gehören Schongebiete, Gehölz, kleine vom See abgehende Arme oder Zonen in denen nur Tagsüber geangelt werden darf. Um nur einige zu nennen.

Wegen der Größe dieser Gewässer kommt es uns oftmals vor wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wo soll man bei Wasserflächen bis weit über 4000 Ha anfangen? Die Frage stelle ich mir jedesmal, wenn es an ein neues Gewässer gehen soll. Es gibt aber ein paar einfache Regeln, wo viele Bereiche in einem Stausee ausgeschlossen werden können und wo je nach Jahreszeiten unterschiedliche Gewässerbereiche befischt werden sollten.

Das Frühjahr

Im Frühjahr findet man die Fische fast immer in den flachen Bereichen. Große flache Buchten mit Schilf und Kraut oder Wiesen und Wälder die überflutet sind. Überall da wo sich das Wasser schneller erwärmen kann als in anderen Bereichen. Dort finden die Karpfen die Nahrung die sie nach dem Winter brauchen um die verlorenen Reserven wieder auffüllen können.

Es gibt gerade in Frankreich Bereiche an großen flachen Stauseen, wo sich die Fische in bestimmten Buchten aufhalten um sich auf das Leichen vorzubereiten. Nicht selten ist es nicht die flachste Bucht im See, sondern ein bestimmter Gewässerabschnitt. Hier gilt es die Fische zu finden und Augen und Ohren offen zuhalten. Oftmals machen sich die Fische durch klatschen und springen bemerkbar, aber auch durch gründeln.

In den tiefen Stauseen ist es einfacher die Fische zu finden, da es nicht so viele flache Seebereiche gibt. Der Gewässergrund fällt sehr schnell steil ab und Tiefen bis 70 Metern und mehr sind keine Seltenheit. Hier können relativ schnell viele Bereiche ausgegrenzt werden.

Und doch gibt es Unterschiede was die Regionen angeht. Im Süden zum Beispiel, wo die Vegetation schneller voran schreitet, sind die Fische viel mobiler und auch eher mit dem Laichen durch.  Deshalb kann man dort relativ früh im Jahr Gewässerabschnitte mit Buchten, Schilf und Kraut befischen. Wohin gegen der Norden noch lange nicht soweit ist. Vegetationen und Temperaturen sind ein ganz wichtiger Faktor im Frühjahr.

Pop Up´s in hellen und grellen Farben bestückt mit einem PVA Stick, finden Platz in jeder Krautlücke. Hier verwende ich gerne unsere Ciric Milk oder White Ball Range. Ein Fluo Pop Up mit Base Mix Pellets und Groundbait in einem PVA Stick, gesoaked mit Almond Liquid. Das gibt eine hervorragende weiße Duftexplosion unter Wasser.

Gerne verwende ich auch unsere weißen Tigernüsse, die ebenfalls mit Almond Liquid gemischt im Wasser aufbewahrt werden. Mit einzelnen Nüssen kann man auch super Fallen stellen.

Der Sommer

Nach der Laichzeit verteilen die Fische sich im ganzen Gewässer. Es gibt aber auch standorttreue Karpfen. Doppelfänge sind zwar selten aber es passiert und es ist schon ein komisches Gefühl in diesen riesigen Gewässern den gleichen Fisch nochmal zu fangen.

Die Karpfen sind nun fast überall und es macht einfach Spaß zu dieser Jahreszeit an den großen Stauseen zu angeln. Gerade in den Ferien ist mit viel Tourismus zu rechnen und es sind einige  Gewässerbereiche produktiver als andere. Schwimmer, Surfer, Ruderer und Segelboote machen es uns nicht besonders einfach. Aber durch das aufgewühlte Wasser kann man in den Abendstunden oder in der Nacht mit einigen Bissen rechnen.

Wie im Frühjahr sind die Buchten, die dem Wind zugewandt sind (auflandiger Wind), immer ein heißer Spot. Dieser beeinflusst gerade in den flachen Stauseen im Norden Frankreichs die Angelei. Nicht allzu oft entscheidet ein Wetterumschwung über Sieg oder Niederlage. Das Wasser wird ordentlich umgewälzt, was die Karpfen in den Sommermonaten zu schätzen wissen.

Im Süden spricht man von einem Mistral. Ein starker oft kalter Fallwind. Dieser bringt die Fische in Fresslaune und mit Glück kann man richtige Fressorgien erleben.

Nun ist es möglich, durch gezieltes Füttern, die Fische auf seinen Angelplatz zu ziehen. Mit einigen Mengen Boilies, gemischt mit Partikeln und Pellets,  die auf dem ausgewähltem Spot landen. Hier verwende ich sehr gerne unsere Premium Nut Boilies und die Fish Blood and Hot Boilies. Diese mische ich mit den Red Hallibut Drilled Pellets und Tigernüssen. Präsentiert wird das Ganze als Schneemann in Kombination mit den Basemix Pop Ups.                      Für den Sommer genau das Richtige!

Der Herbst

Die sicherlich beste Jahreszeit um die wirklich dicken Fische ans Band zubekommen. Die Tage werden kürzer und damit sinkt die Wassertemperatur. Jetzt ziehen die Fische in die tieferen Regionen, um nach natürlicher Nahrung zu suchen. Dem entsprechend können wir auf groß angelegten Futterplätzen richtig abräumen. Knapp unter 10 Grad Wassertemperatur geht’s noch mal richtig ab und die Fische schlagen sich so richtig die Bäuche voll. Meiner Meinung nach die beste Zeit einen der richtig gewichtigen Burschen zu erwischen.

In den Gewässern im Norden können wir riesige Futterplätze anlegen und sehr großflächig füttern. Bei großflächig sprechen wir von halben Fußballplätzen oder Tennisplatz großen Flächen.  Hier füttere ich sehr gerne unseren Big River Boilie und den Cray Mussel Boilie. Die beiden Sorten lassen sich super und in verschiedenen Größen kombinieren.

Bereiche vor der Staumauer sind z. Bsp. sehr interessante Spots. Dort findet man den sogenannten Vorstau, eine Erhebung die das Fundament der eigentlichen Staumauer bildet. Es ist wie ein Plateau und je nach Wasserstand perfekt um seine Köder zu platzieren.

In den großen Stauseen im Süden gehören Platoeaus, Uferkanten und Übergänge von hartem zu weichem Boden zu den absoluten Hotspots. Es können ohne Weiteres Tiefen bis über 20 m befischt werden. Ich selbst konnte schon Fische in 21m Tiefe auf sehr viel Futter fangen.                                     In meinen Augen, sind am besten die Übergänge von hartem zu weichem Boden. Im Sediment finden die Fische ihre natürlich Nahrung und man kann dort sehr gute Fänge erzielen.

Der Winter

Im Winter bin ich eher selten an den Stauseen im Norden. Es sind viele Gewässer gesperrt oder es herrscht ein generelles Nachtangelverbot. An den großen Stauseen kehrt der Winter viel früher ein und es ist sehr schwer in den Tiefen einen Fisch zu fangen. Im Süden lassen sich jedoch sehr gute Ergebnisse erzielen.

Die geographische Lage macht es möglich, dass man das ganze Jahr hindurch super angeln kann. Gewässer frieren selten zu und wir können auch im Winter auf Karpfen angeln. Aber zu dieser Jahreszeit dann mit sehr wenig Futter. Einige kennen sicherlich die Geschichten vom Lac de St. Cassien, dass man dort mit vier, fünf Tigernüssen die ganz dicken Fische erwischen kann. Daher benutze ich hier gern die weißen Tigernüsse von Baitfabrik.

Der Wasserstand

Der Wasserstand ist eine wichtige Komponente, die man nicht außeracht lassen sollte. Gerade zum Jahresende fällt dieser ungemein, teilweise liegen sogar Bereich komplett trocken und es werden komplette Gewässer gesperrt. Das Wasser wird soweit abgelassen, dass nach dem Winter die Schneeschmelze oder das Regenwasser aufgenommen werden kann. Hier können wir uns den Umstand zu Nutze machen. Wie oben kurz erwähnt können wir uns über das Internet einen super Überblick über die Gewässer beschaffen. Auf alten Bildern ist es möglich alte Dörfer zu sehen, die damals überflutet wurden.

Bewaffnet mit GPS ist es möglich Gefilde zu erkunden und zu speichern. Hauptsächlich im Winter nehme ich gerne Bereiche unter die Lupe, die ich mit dem Echolot bei Vollstau gefunden habe. Diese überprüfe ich mit dem GPS dann nochmals. Es ist ein beruhigendes Gefühl, zu wissen wie es doch unter Wasser so aussieht. Mauern, Straßen, Brücken, selbst Kirchen, ja sogar ganze Dörfer kann man auf diese Weise erkunden und mega geile Hotspots finden.

Mit diesem groben Einblick hoffe ich Euch ein wenig mehr Durchsicht an großen Stauseen ermöglicht zu haben und wünsche Euch Allen viel Spaß und viel Glück an den hiesigen Big Lakes in Europa.

Keep it simple!

Jan Steiniger

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