Mein Leben an der Donau – Big River (Juli) by Stefan Hurnaus

Mein Leben an der Donau – Big River (Juli) – by Stefan Hurnaus

Der Juli sollte in die Geschichtsbücher als einer der Heißesten und Niederschlagsärmsten eingehen. Wetterkapriolen gab es schon immer, doch in den letzten Jahren häufigen sich diese mehr und mehr. Lange Hitzeperioden, Unwetter mit Hagel und extremen Sturm aber auch Hochwasser wie es im Jahr 2013 geschah, sind Konsequenzen der Klimaerwärmung. Genau dieses Hochwasser 2013 war einer der Gründe, warum der Karpfenbestand in der Donau üppiger geworden ist, denn die anliegenden Seen wurden buchstäblich ,,leergespült‘‘. Anfangs konnte man die Fische fast überall fangen, doch mit den Jahren zerstreuten sich die Schwärme an Karpfen und so mussten sich die Fische an die Gewalt des riesigen Stromes anpassen. Sicher ist es heutzutage möglich mehrere Fische am Stück zu fangen, aber zumeist ist es bedeutend schwieriger geworden überhaupt einen Fisch ans Band zu bekommen. Viele Stunden ohne jegliche Aktionen stehen an der Tagesordnung.

Was sich Ende Juni bereits abzeichnete war, dass Brassen immer mehr meinen Spot für sich beanspruchten. In jeder Nacht verleibten sich mindestens 2 der Plagegeister meine Boilies ein. Da war gar nicht daran zu denken, was sonst noch da unten so los war. Die Dinger wurden von Mal zu Mal größer. Brassen von bis zu 5kg waren schon fast alttäglich und wurden nicht einmal mehr in den Kescher bugsiert. Jeder Match- bzw. Feederangler würden sich daran die Finger lecken. Ich hingegen fiel langsam in eine Art Tristesse. Füttern nur für die schleimigen Biester, sicher nicht mit mir!

Schließlich entschied ich mich, dass nur mehr Instand füttern in Frage kommt. Mit der Konsequenz, dass vielleicht gar nichts mehr geht. Doch insgeheim erhoffte ich mir, dass die Karpfen den Spot dennoch immer wieder anschwimmen würden, da immerhin seit über einem Monat fast täglich Futter hineingekommen ist. Dennoch blieb in den darauffolgenden Sessions alles wie beim Alten. Nur die Brassen freuten sich über die eingebrachten Leckerlies. Es war wirklich zum Haare raufen, wo waren denn die Karpfen hin?

Doch Mitte Juli sollte sich das Blatt wieder zugunsten Meiner wenden. Wie in den Abenden zuvor, schien auch dieser wieder einmal ,,perfekt‘‘. Nein nicht um Brassen zu ärgern! An diesem Abend war mein Gefühl einfach anders, es fühlte einfach richtig an hier zu sein und am Wasser zu sitzen. Dieses Gefühl ist schwierig zu beschreiben, aber so musste sich Watercraft anfühlen. Und so kam es wie es kommen musste, es waren noch nicht einmal alle Ruten verteilt, so lief bereits die erste ab. Ein kleiner Schuppi machte schon einmal Hoffnung auf mehr.

Nach dem fertigstellen der restlichen Utensilien begab ich mich zur wohlverdienten Nachtruhe, denn der Arbeitstag war schon aufregend genug. Doch mein Schläfchen sollte nur von kurzer Dauer sein, denn kurz vor Mitternacht machte wieder einer meiner Bissanzeiger kräftig Radau. Obwohl die Wassertemperatur, für Donauverhältnisse, sehr hoch war standen die Fische sehr gut im Futter und machten im Drill mächtig Druck. Deutlich größer als der Erste Fisch, durfte auch dieser nach einer kurzen Fotosession wieder zurück in sein Element.

Noch nicht einmal eine Stunde nach dem schönen Schuppi, bekam ich schon wieder den nächsten Drücker. Doch dieses Mal schien der Fisch sehr viel kräftiger zu sein als seine Vorgänger, denn er flüchtete schnurstracks stromabwärts in die Schiffsrinne. Nach etlichen Fluchten und einer gefühlten kam der Fisch näher und schlussendlich gelang bereits der erste Kescherversuch. Jetzt erst schaltete ich meine Kopflampe ein und was ich im Schein der Lampe sah, lies meine Hoffnung auf meinen Größten aus dem Strom für 2018 steigen. Dies bestätigte sich auch am Ufer in Zahlen. Auch dieser durfte nach ein paar Fotos mittels Selbstauslöser wieder seine Bahnen im Fluss ziehen. Die restliche Nacht verlief bis auf paar großen Frachtern ruhig, doch was will man mehr.

Der Juli verlief deutlich weniger fischreich als der Juni, dafür durfte ich den bis dato Größten 2018 stemmen. Interessant war, dass sich noch kein Spiegler blicken ließ, doch es steht noch eine spannende Zeit an. Mehr in der nächsten Ausgabe von ,,Big River (August)‘‘.

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