Mein Leben an der Donau – Big River (Juni) by Stefan Hurnaus

Mein Leben an der Donau – Big River (Juni) – by Stefan Hurnaus

Zu Beginn 2018 stellte ich mir die Frage, ob ich dem großen Strom überhaupt die Stirn bieten möchte. Zumal es ein enormes Unterfangen sein wird, die Fische mit entsprechenden Futterkampagnen bei Laune zu Halten. Trotzdem sollte das Jahr am Fluss so halbwegs gut durchgeplant sein. Mit weiser Voraussicht, da man nie Wissen kann, ob der Fluss im Frühjahr mit viel Hochwasser gespeist wird und das Angeln zu einer wahren Geduldsprobe avanciert. Glücklicherweise geschah in diesem Frühjahr nichts Dramatisches, im Gegenteil der Mai war einer der Heißesten seit den Wetteraufzeichnungen und somit konnte einem Langzeitfutterplatz nichts entgegen sprechen. Da im Mai in Oberösterreich Schonzeit herrscht, konzentrierte ich mich in den letzten zwei Wochen im Schohnmonat auf Location und Vorfütterung der ausgesuchten Spots. Ich wollte ja dementsprechend vorbereitet sein, wenn der Juni seine ersten Tage einläutet. Über einen Zeitraum von zwei Wochen und täglicher Fütterung der vorher gründlich auserwählten Spots, sollten für das erste Antasten einmal 3 Tage reichen. Dachte ich zumindest. Machen wir es kurz!! Nichts, rein gar nichts vergriff sich an meine Big River Boilies.

Doch so schnell wollte ich mich und den Spot noch nicht aufgeben, immerhin zeigten sich die Fische auf den Plätzen. Zumal zu sagen ist, dass es sich hierbei um einen Schleusenabschnitt von über 20 km und einer durchschnittlichen Breite von 350 m handelt. Also nicht unbedingt ein kleiner Karpfenpool, wo der nächste Fisch nicht weit von unserem Köder entfernt seine Runden dreht. Es konnte also nur um eine Frage der Zeit sein, bis die Karpfen auf mein eingebrachtes Futter stoßen würden. Nur ein paar Tage später wollte ich eine kurze Nacht anreißen. Um 20 Uhr lagen die Ruten auf den Spots und im halb Stunden Takt kreuzten Kreuzfahrtschiffe und große Frachter meinen Blick aufs Wasser. Dabei waren mir bei dieser Geräuschkulisse und den darauffolgenden Wellengang nur max. 2 Stunden an Schlaf vergönnt.

Früh morgens als ich bereits die ersten Utensilien zusammenpackte, lief wie aus dem Nichts eine meiner Ruten ab. Völlig perplex hüpfte ich schnell in die Watthose und ging den Fisch entgegen. Nach einem kurzweiligen Drill glitt der erste Donaufisch 2018 in die Maschen meines Keschers. Daraufhin ließ sich ein Schuppenkarpfen der etwas besseren Klasse, von meiner Kamera ablichten. So konnte es in den nächsten Wochen weitergehen, zumindest dachte ich mir das. Doch durch den wenigen Niederschlag war der Pegel der Donau drastisch gesunken und die Kraftwerksbetreiber ließen innerhalb kurzer Zeit extrem viel Wasser ab, woraufhin sehr viele Jungfische in einem Streckenabschnitt verendeten.

Die Folgen vom wenigen Wasser waren ein schnell fließender Strom, der sehr viel Dreck mit sich riss, der sich wiederum in den Schnüren verfing und eine sauber Präsentation der Rigs fast unmöglich machte. In diesen wenigen Tagen des niedrigen Pegelstandes waren die Aussichten auf einen Fisch dementsprechend schlecht. Mittlerweile war der halbe Juni schon fast vorüber und der Pegelstand normalisierte sich, da die Zuflüsse zum Beispiel der Inn mehr Wasser mit sich führten. In den darauffolgenden Wochen gelang es mir durch regelmäßigen Futtereintrag und konstanten Wasserpegel einige Fische ans Band zu bekommen. Insgesamt konnte ich im Juni 6 Fische in 7 Nächten auf die Matte legen.

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