River Face – die Elbe im Blickwinkel by Frank Mollenhauer

River Face – die Elbe mit all seinen verschiedenen Facetten!!!

 

Die Natur spiegelt jedes Jahr aufs neue die verschiedensten Facetten der Jahreszeiten wieder und genau daran orientiere ich mich im späten Frühjahr um den Beginn meiner Flusssaison einzuläuten. Wenn Anfang /Mitte Mai der Raps anfängt in voller Blüte auf den Feldern zu stehen und die Vogelbalz ihren Höhepunkt erreicht, ja dann fängt für mich die Zeit an, auf die ich mich schon den kompletten Frühling lang freue. Grade an der Elbe ist das Naturschauspiel zu dieser Zeit extrem ausgeprägt. Während die einen singen, brühten die anderen schon fleißig. Die Kraniche an der Elbe führen bereits Junge und der Biber kreuzt mehrmals am Tag meine Angelstelle. Da kann das angeln mal ganz schnell zur Nebensache werden. 

Warum grade der Mai für mich die Flusssaison einläutet ist aber ein anderer, denn ich versuche immer das beste aus meiner angelei heraus zu holen. Der Fluss kommt bei uns halt erst zu dieser Zeit so richtig in Fahrt. Im März und April ist es oft garnicht möglich vernünftig im Hauptstrom zu fischen, da durch die  zeitweise Lang anhaltenden Regenperioden einfach viel zu viel verschmutztes Wasser die Elbe herunter kommt.

Dieser setzt sich dann an den Angelschnüren fest und reist die gesamte Montage mit sich. Dieser Umstand ist im Mai meist vorbei und die durchfluss Menge an Wasser pendelt sich in meinem Abschnitt bei 400-600m3/s ein. Das ist ein Wert wo der Druck auf den schnüren akzeptabel ist und alle Montagen dort liegen bleiben wo sie sollen. Auch mein eingebrachtes Futter marschiert jetzt nicht mehr hunderte Meter Flussabwärts, sondern bleibt hinter jeder noch so kleinen Unebenheit liegen. Wo wir beim Thema Futter und Spotwahl währen. 

Es macht einen großen Unterschied ob mein Köder irgendwo in der Nähe meines eingebrachten Futters liegt oder direkt dort wo sich mein Beifutter sammelt. Denn oft fange ich die Fische nur auf genau diesen Futterstrassen. Deshalb ist es wichtig punktgenau an Unebenheiten oder Steinhaufen abzulegen wo sich auch mein Futter sammeln kann. 

Jeder der mich kennt, weis das ich ein extremer Futterangler bin und grade in der Elbe jedes Jahr Mehrere Tonnen Partikel und Boilies versenke. Es gibt sicherlich auch Angler die in Flüssen ohne Partikel auskommen, aber das war bis jetzt nie meins. Wahrscheinlich liegt es aber auch daran das ich das nie ausprobiert habe. Ein weiterer Punkt der für Partikel spricht sind die Graskarpfen, die Rücksichtslos und in kürzester Zeit einfach alles weg fressen, was sie vor ihr spitzes Maul bekommen. Graser sind bei mir immer eine willkommene Abwechslung, also versuche ich sie natürlich auch über die extreme Masse an Futter an meinen Platz zu locken und dort auch zu halten. Wobei halten hier wohl wunschdenken ist, aber zumindest kommen Sie immer mal wieder um sich den Bauch vollzuschlagen. 

Im Fluss kommen für mich nur hochwertige Fischmehl Boilies zum Einsatz. Ich bevorzuge Größen von mindestens 24mm die ich so lange trockne bis sie steinhart sind. Somit reduziere ich den Anteil an Boilies der an Weißfischen oder Krebsen verloren geht. Was letztendlich bedeutet das genau die Köder am längsten auf den Plätzen liegen bleiben, die für den Karpfen gedacht sind. 

 

Ende Mai ,wenn die Laichzeit kurz bevor steht und somit auch das große fressen, verbringe ich so viel Zeit wie nur möglich auf meinen mühevoll aufgebauten Futterplätzen. Nicht selten fange ich die größten Fische der Saison zu genau diesem Zeitpunkt. Hier gilt es das Zeitfenster welches nur von geringer Dauer ist genau abzupassen. Deshalb mache ich auch vor kurzen Sitzungen in der Woche  keinen halt. Dies bedeutet abends nach der Arbeit aufzubauen und schon morgens um 5 alles wieder einzupacken. Selbstverständlich ist das ein Kraftakt, doch nur so ist es möglich meine Ziele zu erreichen, die ich mir jedes Jahr aufs neue wieder selber setze. Und wenn genau dann einer der Dicken abläuft, weis man wieder wofür man diese Strapazen auf sich nimmt. 

 

Im Juni verändert sich das Gesicht des Flusses dann noch einmal sehr Stark. Während die Karpfen mit dem laichen beschäftigt sind und nur noch vereinzelnd sich einer auf meiner Abhakmatte blicken lässt, beginnt die Zeit der Grasskarpfen, die wie oben beschrieben bei mir immer willkommen sind. Die Asiaten tauchen ab einer Wassertemperatur von 20 grad in großen schwärmen auf und bedienen sich am reich gedeckten Tisch, den ich Ihnen alle zwei Tage Decke. Immer wieder kommen dabei Exemplare über der 20 kg Marke zum Vorschein und überbrücken für  mich somit die Zeit in der die Karpfen mit ihrem Liebesspiel beschäftigt sind. 

Auch andere Fischarten wie der Rapfen der in großer Anzahl  in den Buhnenfeldern jagt auf alles was sich bewegt macht, werden jetzt so richtig aktiv. Es macht einen Riesen Spaß diese mit kleinen flach laufenden Wobblern aktiv  zu befischen, weshalb ich auch immer eine Spinnfisch Rute mit im Gepäck habe. 

 

Der Juni und August sind die wohl besten Monate um die breite Palette an Fisch zu beangeln. Die Karpfen sind fertig mit dem Laichgeschäft und sind nun überall im Fluss verteilt. Jetzt sind wahre Traum Sessions möglich.

Die Graser drehen komplett durch und fressen rund um die Uhr 

Auch das Aal angeln betreibe ich zu dieser Zeit immer wieder zwischendurch. 

Unser Hobby ist so Facettenreich, warum sollte man den Blick nicht auch einmal auf andere Fischarten außer dem Karpfen richten. 

Meine Fluss Saison endet dann meist im September oder Oktober je nach dem wie konstant meine Fänge sind. Ich habe es auch schon probiert den kompletten Winter an der Elbe zu fischen, aber mit teilweise so niederschmetternden Ergebnissen, das ich diese Zeit dann doch lieber an den flacheren Seen meiner Umgebung verbringe. 

Hierdurch bekomme ich auch genau die Abwechslung die ich brauche, um mich immer wieder auf neue Situationen einzustellen und neues zu entdecken 

 

Frank Mollenhauer 

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