Yannic`s Personal Blog – Angeln an dünn besetzten Gewässern – betrachtet durch die technische Linse

Herzlich Willkommen zu meinem Blog hier auf der Baitfabrik Seite.

In den folgenden Artikeln möchte ich gerne meine aktuelle angelei an einem öffentlichem, dünnbesetzten, launischen Gewässer näherbringen und hoffentlich den einen oder anderen dazu zu motivieren, sich auf ähnliche Wege zu begeben.

Zum Gewässer:

Wir reden über einen Baggersee, welcher eine Größe von ca 55 Hektar hat und einen wirklich tollen Altbestand aufweist. Dieser allerdings, verteilt sich auf der Fläche nur zu gut und macht die Angelei hier besonders spannend.

Die Bezeichnung Low-Stock finde ich zunehmend unzutreffend, da die Definition der Bezeichung immer in Rellation zum jeweiligen Gwässer gesehen werden sollte. Wer definiert schon, ab wann ein Gewässer dünn besetzt ist und ab wann ein Gewässer als harte Nuss gilt. Konzentrieren wir uns doch lieber auf die Aufgabe die dahinter steht. Einer Herausforderung lässt uns an ihr wachsen, sie lässt uns viel Nachdenken und erfordert Disziplin sowie Einsatz . Der Entscheidende Punkt: “Go the extramile”. Wer viel Investiert bekommt später alles zurück.

Und auch hier stoßen wir auf eine kleine Komplikation. Jeder definiert viel Einsatz anders, bezieht es auf die persöhnliche Ebene. Daraus lernen wir, dass viele Dinge funktionieren werden, doch nur wir alleine für uns einen Weg finden müssen an die wirklich wenigen Fische eines solchen Gewässers zu kommen.

Cerca Trova.

Eine Lateinische Redewendung, welche ich aus meiner Schulzeit mitnehmen durfte.

Zu deutsch bedeutet dies nichts anderes als “wer suchet, der findet”.

Meiner Meinung nach sollten wir weniger Zeit mit dem eigentlichen angeln verbringen, als viel besser die Fische zusuchen, ihr Verhalten wenn möglich ein Stück weit vorher zu sagen und sie dort abzupassen wo sie natürlich ihre Bahnen schwimmen. Bevor es also daran geht die Ruten ins Wasser zu bekommen, sollten wir die Laufschuhe anziehen. Ist die flache Bucht am besten oder stehen die Fische  eher im Tiefen? Was sagt uns der Luftdruck diesbezüglich und wie steht der Wind? Mit fünf Minuten  ist es hier nicht getan, doch die Geschenke welche der See uns geben kann, rellativieren dies ungemein.

So sind auf der Uhr auch mal schnell zehntausend schritte oder mehr angezeigt. Und wenn wir keine Fische sehen? Ja auch das passiert an Großen, öffentlichen Gewässern häufiger, auch dann wenn wir zur perfekten Uhrzeit (morgens)  am Wasser ankommen.

In diesem Fall sollten wir uns auf jeden fall auf unser Bauchgefühl und unseren Instinkt verlassen, denn bedenke immer dass es keine falsche Entscheidungen gibt sondern lediglich Erfahrungen die wir immer nutzen können und in unser Angeln implementieren wollen. Nur wer in der Lage ist auch aus Blanks und fischlosen Nächten einen Nutzen für sich zu ziehen wird sehr schnell lernen uns weiterkommen. Das Stichwort? Selbstreflektion. Wenn du auf die Frage antworten kannst, warum du gerade diese Stelle und Herangehensweise gewählt hast, handelst du korrekt. Wenn du einfach mal ins Blaue hineinangelst wird sogar der Zufallsfisch  zum unwahrscheinlichen Gewinn in der Lotterie.

Lass dich nicht von den Gegebenheiten einschüchtern, denn Glaube versetzt Berge und mit gesundem Optimismus angelt es sich immer am besten. Keine eigenartigen Experimente sondern auf das wesentliche Konzentrieren und sich Dinge zunutze machen in die man blind vertraut.

Neue Köder an einem gänzlich unbekannten Wasser? Sicherlich eine sportliche, aber mit Sicherheit keine Gute Idee.

In meinem Fall verlasse ich mich auf die Ciric Milk Range unseres Hauses. Diese stellt für mich eine absolut runde Nummer dar, da sie von Minute eins für mich Fische in den Kescher beförderte.

Bei solchen Kampagnen setzte ich ehrlicher Weise selten auf Futter. Viel zu Gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass der gefütterte Bereich über längeren Zeitraum Fischlos bleibt.

Das war an diesem Wasser vielleicht früher mal so, heute jedoch sind die Gegebenheiten anders. Was einzt funktionierte muss noch lange nicht immer funktionieren. Und so müssen wir auf diese Gewisse Dynamik reagieren.

Meine Vorgehensweise ist deswegen eher ein “fallen stellen” kleine Boilies auf engem Raum, ein auffälliger Hakenköder, ein wenig ausbalanciert.

Darüber hinaus mache ich mir den Vorteil zu nutze, dass die weiße Farbe meine favorisierten boilies in dem tiefen klaren Wasser des Baggersees eine Aura erzeugt welche ungemein attraktiv auf die Fische wirkt.

Der Ciric Milk in 16 und in 10 mm ist daher immer im Gepäck und wird auch gerne am Haken in Snowmann Form oder als Wafter in der weightless Hookbaits Variante genutzt.

Warum Snowmann, warum Wafter?

Der Großteil der Sees stellt Präsentationstechnisch keine grossen Anforderungen dar. Weicher Lehm und Sand machen es Möglich die meisten Rigs unfallfrei zu präsentieren, hier und da jedoch einige Fetzen bodenkraut.

Besonders die Strukturreichen Hotspots, die herausstechenden Plateaus und sandbänke weisen vermehrt dieses Kraut auf.

Damit auch hier eine Gewisse Sicherheit gegeben ist setze ich auf eher leichtere Köder, die sich nicht komplett vergraben.

 

Die Vorliebe für Süß.

 Eigentlich merkwürdig oder? In einem Gewässer wo die Fische häufiger mit natürlicher Nahrung, als mit unseren süßen Gaben konfrontiert sind, sollte eine Süße Variante doch eher komisch auf die Fische wirken.

Doch genau dies ist der Punkt, denn diese Besonderheit jedoch scheint ganz gut zu funktionieren, ich bin der Meinung das es für die Fische eine Art Leckrigkeit ist.

Auch Tigernüsse, welche durch die Fructose ganz besonders süß sind, werden sehr gerne genommen.

Fructose hat von den Kohlenhydraten als Einfachzucker die höchste Süßkraft.

Saccharose (Haushalszucker) ein ein zusammengesetzte zweifachzucker und hat vereinfacht gesagt, in Wasser gelöst keine (!!!) Süßkraft.

Zu guter letzt wäre Stärke, welche garkeine Süßkraft hat, in der Tigernüsse jedoch enzymatisch unter Abgabe von Wasserstoff zu ihren Einzelbestandteilen Glucose /Fructose wird.

Das ist der Grund für eine Geschmachsneutrale, trockene Nuss gegenüber einer gekochten, süßen Nuss!

Ein stabiler Boilie

 In dem Fall der der Köder auch mal ein paar Stunden Länger liegen soll, bedarf es einer stabilen Struktur des Boilies. In Falle des Ciric Milk ist durch das Casein genau dies gegeben.

Casein ist das Eiweiss aus der Milch und im Fachjargon als Phosphoproteid bekannt. Dies sagt aus, dass es ein zusammengesetztes Eiweiss ist, welches Phosphorsäure enthält.

Diese Phosphorsäure ist Hydrophil, Wasserliebend und kann daher chemisch das Wasser viel besser binden bzw. festhalten als es viele andere Bindemittel/Fischmehle könnten.

Die Protein-Wasserwechselwirkung die dabei auf das Wasser wirkt zieht die unterschiedlichen Ladungen des Wassers an, denn dieses ist positiv sowie negativ geladen.

Daraus resultiert eine absolut stabile Struktur!

Wenn man nun diese Vorteile abwägt und auch noch Vertrauen in diesen Boilie hat, so wird man hier nicht im Stich gelassen.

 

 

Laichzeit

Bald ist es soweit die Zeit in der sich die Fische relativ leicht zeigen, genau hier müssen wir am Start sein und natürlich mittendrin angeln.

Insbesondere zu dieser Zeit sind Single Hookbaits wieder der Knaller, zwischen laichenenden Fischen abgelegt.

Weiteres dazu kommt im nächste Teil des Blogs, bis dahin heisst es wieder Fische suchen, finden und hoffentlich fangen!

 

Bis dahin.

Vorheriger Beitrag
Bait Fabrik Spirit Part 1 – by Nils Thönnes
Nächster Beitrag
What a day – Personal Best im Doppel-Run – by Franz Rettenbacher

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

Menü