Zielfischtagebuch 3: Eine richtig gute Woche – by Patrick Buhr

Da ihr nun über die Randbedingungen Bescheid wisst geht es in den folgenden Tagebüchern um das Wesentliche: Angeln und Fische! Wie im letzten Tagebuch schon beschrieben, hatte ich mir Mitte April eine Woche mit idealen Angelbedingungen ausgeschaut, alles gut vorbereitet und war gespannt und euphorisch. Nachdem ich bereits am Abend einen schönen Spiegler fangen konnte, lief gegen 3 Uhr am Morgen die zweite Rute ab. Verschlafen drillte ich einen starken Fisch. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich einen langen, kräftigen Spiegler in den Kescher ziehen. Geil! Mein bis jetzt größter Fisch aus diesem See. So konnte es weiter gehen. Schnell schoss ich ein paar Bilder und ließ den Guten wieder schwimmen. Als mich um 5 Uhr der Wecker aus dem Schlaf holte, war ich doch relativ platt, aber für solche Fische lohnt sich eine kurze Nacht natürlich immer. Eine kurze Nacht bei Idealbedingungen ist oft besser, als ein Wochenende bei schlechten. Was natürlich nicht heißt, dass ich an diesen Wochenenden dann nicht angeln gehe, aber wenn die Bedingungen gut sind, lege ich mir diese Nächte dann auch wann immer möglich unter der Woche zurecht.

Bevor ich zur Arbeit fuhr, verteilte ich wieder sehr großflächig meine Mischung aus Ciric Milk und WC20. Am Freitag war ich dann wieder am See. Für die beiden Ruten habe ich mir mittlerweile nach einigen Anpassungen zwei Präsentationen zurechtgelegt. Die erste möchte ich euch hier einmal präsentieren: Als Beifutter dienen mir hier ein bis zwei Hände WC20 Boilies in 16 mm, je nach Bedingungen. Als Hakenköder kommt dann ein Essential Orange Black Pepper Wafter zum Einsatz. Für mich der Perfekte Hakenköder. Und das hat mehrere Gründe. Zum einen ist die Farbe zwar Pink aber nicht grell, sondern ein bisschen weißlich. Er wirkt vom Aussehen, als wäre er etwas ausgewaschen, ich liebe das bei Ködern, und er bringt sehr gute Attraktoren mit. Noch wichtiger ist aber seine absolute Schwerelosigkeit. Der Köder an sich ist leicht auftreibend und am Rig dann so ausbalanciert, dass der Haken nur knapp am Boden liegt, sogar schon aufgerichtet wird und der Wafter direkt über ihm schwebt. Diese Präsentation sorgt dafür, dass der Köder sehr sehr leicht für die Fische einzusaugen ist. Wenn diese sich nun beim Fressen an das Gewicht eines normalen 16 mm Boilies gewöhnt haben, fliegt ihnen der Wafter bei gleicher Ansaugkraft geradezu ins Maul. Das ist ein enormer Vorteil, gerade wenn Fische sehr vorsichtig fressen, wie an diesem See. Der Karpfen hat keine Zeit den Köder vorne im Maul auszusortieren, da er quasi gleich durchfliegt. Im Idealfall erschreckt sich der Fisch dadurch sogar und flüchtet sofort, aber das kann ich natürlich nicht sicher sagen. Fakt ist, dass ich seit dem ich diesen Köder so präsentiere, kaum noch Fehlbisse habe (zumindest spürbare wie Anläufer) und die Quote von Fischen pro Session und auch die Fischgröße drastisch nach oben gegangen sind.

Um diesen Wafter zu präsentieren, nutze ich am liebsten ein IQ D-Rig. Dieses gibt dem Hakenköder viel Bewegungsspiel, es lässt sich sehr gut werfen und liegt eigentlich immer sauber, auch weil sich aufgrund des fehlenden Haares eigentlich nichts verheddern kann. Gerade wenn viele Weißfische den Platz heimsuchen ist mir das sehr wichtig. Ein nadelscharfer Haken mit einer geraden spitze hakt die Fische zudem sehr schnell und gut.

Auch in dieser Nacht ging die Taktik wieder voll auf und bescherte mir zwei Fische, darunter ein großer Two-Tone, der noch dazu eine tolle Schuppenformation auf der Seite hatte. Mega! In der zweiten Nacht passierte dann wieder gar nichts. Beim morgendlichen Kaffee zerbrach ich mir schon wieder den Kopf, woran das wohl liegen könnte. Hatte ich die Fische durch meine Fänge der ersten Nacht schon aus diesem Areal vertrieben? Oder waren sie doch da? Hatten Sie gefressen und meinen Hakenköder aussortiert? Warum? Doch urplötzlich wurde ich von einem Dauerton unterbrochen.

Sofort nahm ich die Rute auf. Der Fisch tat während der ersten Phase des Drills einfach gar nichts und ließ sich heranziehen, fühlte sich aber dabei trotzdem recht schwer an. Ich dachte kurz an einen Graser. Dann tauchte der Fisch etwa 5 Meter vor mir auf. Ein richtig fetter Spiegler mit 2 großen Schuppen auf der Seite. Und der hatte den ganzen Drill bis hierher keine Schnur genommen? Doch er hatte schon seine Taktik, wie er mich überlisten wollte. Dort 5 Meter vor mir begann er nun wild an der Oberfläche mit dem Kopf zu schütteln, ohne dabei davonzuziehen, aber auch ohne sich einen Meter in meine Richtung bewegen zu lassen. Oh Mann! Mir wackelten die Knie. Es ging etwa zwei Minuten in diesem Muster weiter und ich hatte mit jedem Kopfschlag Angst, der Fisch könnte es doch schaffen den Haken loszuwerden. Dann endlich kam er etwas näher und ich nutzte meine erste Chance und schob mit einem solchen Ruck den Kescher unter den Fisch, dass ich beinahe hineinfiel. Doch ich hatte Ihn! Ein richtig geiler Fisch. Von diesem hatte ich noch nie zuvor gehört und war unglaublich happy. Das liebe ich so am Angeln. Auf der Jagd nach dem Zielfisch und gerade wenn man an einem Gewässer richtig bei der Sache ist, kann schon einmal so eine Fette Überraschung vorbeischauen. Super zufrieden beendete ich dieses Wochenende und verteilte wieder mein Futter. Jetzt hatte ich die Dicken und innerhalb dieser Woche gleich dreimal meinen neuen größten Fisch aus diesem See gefangen! Eine richtig gute Woche eben.

Euer Patrick

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